Bettensteuer in Stralsund 2026: die Übernachtungssteuer für Vermieter
Stralsund erhebt seit dem 1. September 2023 eine Übernachtungssteuer von 5 % des Netto-Übernachtungspreises, und zwar für alle Buchungen, die seit diesem Tag verbindlich vereinbart wurden. Private und berufliche Übernachtungen besteuert die Hansestadt gleich. Ausgenommen sind nur Auszubildende und Studierende mit Nachweis, Kinder und Jugendliche auf Gruppenreisen sowie Aufenthalte über sechs Monate. Steuerschuldner ist der Betreiber des Beherbergungsbetriebs, ausdrücklich auch bei Ferienwohnungen und Privatzimmern. Die Erklärung geben Sie vierteljährlich bis zum 15. Tag nach Quartalsende über das Webportal der Stadt ab, die Stadt setzt die Steuer dann per Bescheid fest. Airbnb zieht die Steuer in Stralsund nicht ein.
Quellen zuletzt geprüft am 22. September 2026.
Bettensteuer-Rechner für Stralsund
- Nettopreis pro Nacht (ohne 7 % Umsatzsteuer)
- 93,46 €
- Steuer pro Nacht
- 4,67 €
Bettensteuer für den Aufenthalt
Der Rechner wendet den Steuersatz der Stadt an. Befreiungen auf Nachweis berücksichtigt er nicht.
Übernachtungssteuer 2026: Steuersatz und Bemessungsgrundlage
- Höchstdauer
- keine Begrenzung, jede Nacht ist steuerpflichtig
- Bemessungsgrundlage
- Die Steuer bemisst sich nach dem für die Übernachtung geschuldeten Entgelt ohne Umsatzsteuer und ohne Entgelte für andere Dienstleistungen (§ 4 Abs. 1 der Satzung). Lässt sich eine Gesamtrechnung nicht in Übernachtung und Mahlzeiten aufteilen, gilt der Rechnungsbetrag abzüglich 10 € je Frühstück und 15 € je Mittag- oder Abendessen pro Gast und Tag. Laut Stadt gehören auch Strom, Bettwäsche, Handtücher und die Endreinigung zur Bemessungsgrundlage. Verpflegung, Minibar, Telefon, Wellness oder Parkplatz zählen hingegen nicht dazu.[1][2]
- Gilt seit
- 1. September 2023
Geschäftsreisende
Berufliche Übernachtungen werden in Stralsund seit Einführung der Steuer am 1. September 2023 genauso besteuert wie private, denn eine Befreiung für Geschäftsreisende sieht die Satzung nicht vor. Die Stadt beruft sich dabei auf das Bundesverfassungsgericht, das am 22. März 2022 entschieden hat, dass auch berufliche Übernachtungen besteuert werden dürfen.[1][2]
Wer keine Bettensteuer zahlt
- Übernachtungen von Auszubildenden und Studierenden sind steuerfrei, soweit sie durch Ausbildung oder Studium bedingt sind und der Gast das gegenüber dem Betrieb glaubhaft macht, etwa mit einer Bestätigung der Bildungseinrichtung (§ 1 Abs. 4, § 9 Abs. 8).[1]
- Steuerfrei sind Übernachtungen von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren im Rahmen von Gruppenreisen samt Gruppenleitung (§ 7) sowie zusammenhängende Übernachtungen im selben Betrieb, die eine Gesamtdauer von sechs Monaten übersteigen (§ 1 Abs. 5). Nicht als Übernachtung gilt das Unterkommen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Hospizen, Frauenhäusern und Obdachlosenunterkünften.[1][2]
- Stornogebühren lösen keine Steuer aus, da keine Beherbergung stattfindet. Wer auf eine Begleitperson angewiesen ist, etwa mit Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis, zahlt für deren Übernachtung keine Steuer.[2]
Zieht Airbnb die Steuer in Stralsund ein?
Nein. Stralsund steht nicht auf der Liste der Städte, in denen Airbnb Belegungssteuern einzieht und abführt. Diese nennt nur Dresden, Dortmund, Frankfurt am Main und Wiesbaden. In Stralsund erklären Sie die Übernachtungssteuer deshalb selbst über das Webportal der Stadt und kalkulieren sie in Ihren Preis ein.[4]
Was Vermieter in Stralsund anmelden und abführen
- Anmeldung
- Steuerschuldner ist der Betreiber des Beherbergungsbetriebs (§ 2 Abs. 1). Als Beherbergungsbetriebe gelten insbesondere Hotels, Pensionen, Privatzimmer, Camping- und Reisemobilplätze, Herbergen, Ferienhäuser und sämtliche Arten von Ferienwohnungen, außerdem Hafenliegeplätze mit Übernachtungsmöglichkeit. Wer einen Betrieb beginnt, zeigt das gleichzeitig dem Kämmereiamt an. Dasselbe gilt für Verlegung, Aufgabe und Betreiberwechsel (§ 8 Abs. 1). Die Anzeige geben Sie über das Webportal uebernachtungssteuer.stralsund.de ab, in dem Sie sich zuvor registrieren.[1][2][3]
- Steuererklärung
- Besteuerungszeitraum ist das Kalendervierteljahr. Bis zum 15. Tag nach Quartalsende reichen Sie dem Kämmereiamt eine Erklärung der Bemessungsgrundlage auf amtlichem Vordruck ein, mit dem Gesamtbetrag der steuerbefreiten Entgelte (§ 9 Abs. 1). Ohne Einnahmen geben Sie eine Nullmeldung ab. Reichen Sie die Erklärung elektronisch über das Portal ein, entfällt die Unterschrift. Bleibt sie aus, schätzt die Stadt die Bemessungsgrundlage.[1][2]
- Fälligkeit
- Anders als in Berlin oder Hamburg berechnen Sie die Steuer nicht selbst. Stattdessen setzt die Stadt sie per Steuerbescheid für das Vierteljahr fest, und fällig wird sie einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids (§ 10). Zahlen können Sie auch per SEPA-Lastschriftmandat.[1][2]
- Haftung und Prüfung
- Rechnungen und Nachweise für Befreiungen bewahren Sie fünf Jahre ab Ende des Jahres, in dem die Steuer entstanden ist, im Original auf (§ 11). Verlangt der Gast es, weisen Sie die Steuer in der Rechnung aus (§ 9 Abs. 7). Eine leichtfertige Abgabenverkürzung kann mit bis zu 10.000 € Geldbuße geahndet werden, eine Abgabengefährdung mit bis zu 5.000 € (§ 13 Abs. 3).[1]
Steuersatz und Bemessungsgrundlage: 5 % vom Nettopreis
Die Übernachtungssteuer beträgt 5 % des Entgelts für die Übernachtung ohne Umsatzsteuer und ohne Mahlzeiten. In ihrem Rechenbeispiel geht die Stadt vom Endpreis aus. Bei 120 € brutto sind darin 7,85 € Umsatzsteuer enthalten, sodass ein Nettobetrag von 112,15 € bleibt. Davon entfallen 5,34 € auf die Übernachtungssteuer und 106,81 € auf das Nettoentgelt. Für Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer sieht die Rechnung anders aus, weil der Preis selbst das Nettoentgelt ist.[1][2]
Endreinigung, Bettwäsche, Handtücher und Strom gehören in Stralsund zur Bemessungsgrundlage, Verpflegung, Minibar, Wellness, Parkplatz oder Transfer dagegen nicht. Weisen Sie diese Leistungen getrennt aus, da sonst der Gesamtpreis zugrunde gelegt wird. Der Rechnungsgenerator für Ferienwohnungen legt für jede Position eine eigene Zeile an. Die Stadt empfiehlt zudem, die Steuer in den Übernachtungspreis einzurechnen, weil sonst die Umsatzsteuer auf die Steuer gesondert auszuweisen ist.[2]
Wer die Steuer schuldet: vom Hotel bis zum Hafenliegeplatz
Steuerschuldner ist der Betreiber des Beherbergungsbetriebs. Wirtschaftlich belastet werden soll aber der Gast, der die Steuer mit dem Übernachtungsentgelt zahlt. Die Satzung führt Hotels, Pensionen, Privatzimmer, Camping- und Reisemobilplätze, Herbergen, Ferienhäuser und sämtliche Arten von Ferienwohnungen auf, und die Stadt ergänzt Hafenliegeplätze für Boote mit Übernachtungsmöglichkeit. Besteuert wird dabei bereits die entgeltliche Möglichkeit der Übernachtung. Reist der Gast nicht an, zahlt aber, entsteht die Steuer also trotzdem.[1][2]
Einführungskosten wie Softwareumstellungen erstattet die Stadt nicht, das Webportal soll den Aufwand aber klein halten. Was Sie beim Vermieten der eigenen Wohnung außerdem beachten sollten, erklärt der Leitfaden Ferienwohnung vermieten ohne Gewerbe.[2]
Anmeldung über das Webportal der Hansestadt
- 1
Registrieren Sie sich im Webportal uebernachtungssteuer.stralsund.de und reichen Sie dort mit Beginn der Vermietung die Anzeige über die Bereitstellung von Beherbergungsmöglichkeiten ein.[1][2][3]
- 2
Geben Sie für jedes Kalendervierteljahr bis zum 15. Tag nach Quartalsende die Erklärung der Bemessungsgrundlage ab, mit dem Gesamtbetrag der steuerfreien Entgelte. Für das erste Quartal endet die Frist also am 15. April. Hatten Sie keine Gäste, geben Sie eine Nullmeldung ab. Quartalsübergreifende Buchungen dürfen Sie aufteilen oder dem Quartal des Abreisetags zuordnen.[1][2]
- 3
Warten Sie den Steuerbescheid ab. Die Stadt setzt die Steuer für das Quartal fest, fällig wird sie einen Monat nach Bekanntgabe. Forderungsausfälle ziehen Sie in der Quartalsmeldung ab und erläutern sie dort.[1][2]
- 4
Bewahren Sie Rechnungen, Buchungsauszüge und Nachweise für Befreiungen fünf Jahre im Original auf und legen Sie sie auf Anforderung vor.[1]
Airbnb, Booking.com und Ihr Preis
Airbnb zieht in Deutschland nur in Dresden, Dortmund, Frankfurt am Main und Wiesbaden Belegungssteuern für die Gastgeber ein, Stralsund gehört nicht dazu. Die Steuer bleibt also bei Ihnen. Sie kalkulieren die 5 % in den Nachtpreis ein, wie es die Stadt empfiehlt, oder legen sie als eigene Gebühr an. Bei Booking.com richten Sie die Übernachtungssteuer im Extranet als lokale Steuer ein, und zwar getrennt von Reinigungsgebühr und anderen Unterkunftsgebühren.[4][2][5]
Wie sich Bettensteuer, Kurtaxe und Umsatzsteuer zueinander verhalten, erklärt der Steuerleitfaden für Ferienwohnungen. Die Ostseebäder rund um Stralsund, etwa auf Rügen, erheben hingegen eine Kurabgabe (Kurtaxe in Mecklenburg-Vorpommern). Steuersatz und Modell aller Städte zeigt die Übersicht aller Städte.
Studierende befreit, Geschäftsreisende nicht: die Stralsunder Besonderheit
Stralsund hat seine Steuer nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22. März 2022 eingeführt. Das Gericht hatte solche Steuern als örtliche Aufwandsteuern bestätigt und die Besteuerung beruflicher Übernachtungen freigestellt. Die Hansestadt macht davon Gebrauch, Geschäftsreisende zahlen also. Befreit sind stattdessen Auszubildende und Studierende, wenn Ausbildung oder Studium der Grund der Übernachtung ist. Als Nachweis genügt eine Rechnung auf die Bildungseinrichtung, deren schriftliche Bestätigung oder eine eigene schriftliche Erklärung des Gastes mit Name und Sitz der Einrichtung.[6][2][1]
Rechtsgrundlage und Behörde
Satzung über die Erhebung einer Übernachtungssteuer in der Hansestadt Stralsund (Übernachtungssteuersatzung), Fassung vom 16.03.2023, Beschlüsse der Bürgerschaft vom 15.12.2022 und 16.03.2023, in Kraft seit 1. September 2023, Fassung vom 16. März 2023.[1] Erhoben von: Hansestadt Stralsund. Zuständig: Kämmereiamt der Hansestadt Stralsund, Abteilung Steuern.
Bettensteuer in anderen Städten
Rostock
Rostock erhebt keine Bettensteuer, sondern seit 2023 eine Kurabgabe im ganzen Stadtgebiet, auch in Warnemünde. Was Vermieter von Ferienwohnungen abführen.
Zur StadtBerlin
Berlin erhebt 7,5 % Übernachtungsteuer auf den Nettopreis der Nacht, auch von Geschäftsreisenden und in privaten Ferienwohnungen. Anmeldung, Frist und Rechner.
Zur StadtDresden
Dresden erhebt 6 % Beherbergungssteuer auf den Bruttopreis der Nacht, Reinigung eingeschlossen. Airbnb zieht sie ein, die Monatsmeldung bleibt Ihre Pflicht.
Zur StadtKöln
Köln erhebt 5 % Kulturförderabgabe auf den Bruttopreis der Übernachtung, seit Juli 2024 auch von Geschäftsreisenden. Anmeldung, Fristen und Airbnb.
Zur StadtHannover
Hannover staffelt die Beherbergungsteuer nach dem Bruttopreis: über 25 € pro Person und Nacht 3 €, über 50 € 4 €, höchstens 12 €. Neue Stufen seit 2026.
Zur StadtHamburg
Hamburg erhebt die Kultur- und Tourismustaxe als Festbetrag pro Person und Nacht, nach dem Nettopreis gestaffelt: ab 0,60 €, nach oben offen. Anmeldung, Frist.
Zur StadtFAQ
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Bettensteuer in Stralsund 2026?
Müssen Geschäftsreisende in Stralsund Übernachtungssteuer zahlen?
Gilt die Steuer auch für eine private Ferienwohnung oder ein Privatzimmer?
Zieht Airbnb die Übernachtungssteuer in Stralsund ein?
Wann ist die Übernachtungssteuer in Stralsund fällig?
Zählt die Endreinigung zur Bemessungsgrundlage?
Quellen
- Satzung über die Erhebung einer Übernachtungssteuer in der Hansestadt Stralsund (Übernachtungssteuersatzung), Fassung vom 16.03.2023, Ortsrecht SA 20.05, Hansestadt Stralsund, zuletzt geprüft am 22. September 2026amtliche Quelle
- FAQ zur Übernachtungssteuersatzung, Stand 30.09.2024, Hansestadt Stralsund, Kämmereiamt, zuletzt geprüft am 22. September 2026amtliche Quelle
- Übernachtungssteuer: Informationen des Kämmereiamts, Abteilung Steuern, mit Zugang zum Webportal, Hansestadt Stralsund, zuletzt geprüft am 22. September 2026amtliche Quelle
- Erhebung und Weitergabe von Belegungssteuern durch Airbnb in Deutschland, Airbnb-Hilfe, zuletzt geprüft am 22. September 2026privater Anbieter
- Zusätzliche Gebühren verstehen: lokale Steuern und Unterkunftsgebühren im Extranet, Booking.com Partnerhilfe, zuletzt geprüft am 22. September 2026privater Anbieter
- Örtliche Übernachtungsteuern in Beherbergungsbetrieben mit dem Grundgesetz vereinbar, Pressemitteilung Nr. 40/2022 zum Beschluss vom 22. März 2022, 1 BvR 2868/15 u. a., Bundesverfassungsgericht, zuletzt geprüft am 22. September 2026amtliche Quelle
Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Sie fasst die genannten Quellen mit Stand vom 22. September 2026 zusammen. Maßgeblich ist die Satzung oder das Landesgesetz in der Fassung, die veröffentlicht ist.
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