Kurtaxe in Schleswig-Holstein: die Kurabgabe an Nord- und Ostsee
Schleswig-Holstein regelt die Kurtaxe in § 10 seines Kommunalabgabengesetzes und nennt sie Kurabgabe. Erheben dürfen sie nur anerkannte Kur- und Erholungsorte, von Sylt und St. Peter-Ording an der Nordsee bis zur Lübecker Bucht und Fehmarn an der Ostsee. Wer Gäste beherbergt, kann per Satzung verpflichtet werden, sie zu melden und die Abgabe einzuziehen, und haftet dann dafür, dass sie vollständig bei der Gemeinde ankommt.
Quellen zuletzt geprüft am 23. September 2026.
- Rechtsgrundlage
- § 10 Kommunalabgabengesetz des Landes Schleswig-Holstein (KAG SH), Fassung vom 04.05.2022, gültig ab 20.05.2022[1]
- So heißt die Abgabe hier
- Kurabgabe, Tourismusabgabe (für Betriebe)
Kurtaxe in Schleswig-Holstein: die Kurorte im Vergleich
| Kurort | Abgabe | Höchster Satz | Niedrigster Satz | Satzung vom |
|---|---|---|---|---|
| Büsum | Kurabgabe | 4,00 € pro Tag | 2,80 € pro Tag | 6. November 2025 |
| Sylt | Kurabgabe | 4,10 € pro Tag | 1,50 € pro Tag | 24. Juli 2025 |
| Fehmarn | Kurabgabe | 2,30 € pro Nacht | 1,50 € pro Nacht | 4. Dezember 2024 |
| St. Peter-Ording | Kurabgabe | 4,00 € pro Tag | 3,00 € pro Tag | 22. Oktober 2024 |
| Timmendorfer Strand | Kurabgabe | 3,50 € pro Tag | 2,00 € pro Tag | 31. März 2023 |
| Grömitz | Kurabgabe | 4,00 € pro Tag | 1,80 € pro Tag | 18. Dezember 2025 |
| Scharbeutz | Kurabgabe | 3,50 € pro Tag | 1,90 € pro Tag | 12. Dezember 2024 |
| Travemünde | Kurabgabe | 3,50 € pro Tag | 2,00 € pro Tag | 4. Mai 2026 |
| Föhr | Kurabgabe | 3,50 € pro Tag | 1,80 € pro Tag | 20. September 2024 |
| Heiligenhafen | Kurabgabe | 3,00 € pro Tag | 1,80 € pro Tag | 1. Oktober 2024 |
| Amrum | Kurabgabe | 3,50 € pro Tag | 1,80 € pro Tag | 22. November 2024 |
| Dahme | Kurabgabe | 3,50 € pro Tag | 2,00 € pro Tag | 11. Dezember 2025 |
| Kellenhusen | Kurabgabe | 3,50 € pro Tag | 2,00 € pro Tag | 2. Juli 2026 |
Welche Gemeinden die Kurabgabe erheben dürfen
Das Land erkennt Gemeinden oder Gemeindeteile als Kurort, Erholungsort oder Tourismusort an. Eine Kurabgabe gibt es allerdings nur dort, wo eine Anerkennung als Kur- oder Erholungsort besteht. Ein reiner Tourismusort darf lediglich die Tourismusabgabe erheben, und die zahlen Betriebe, nicht die Gäste.[1]
Die Kurabgabe deckt die Kosten für Herstellung, Verwaltung und Unterhaltung der öffentlichen Einrichtungen, die Kur- und Erholungszwecken dienen. Dazu dürfen auch die Kosten eines kostenlosen Nahverkehrs für Gäste zählen. Außerdem können mehrere Gemeinden sie gemeinsam erheben, wie es auf Föhr und Amrum geschieht.[1]
Wer zahlt: ortsfremde Gäste, auch ohne Übernachtung
Abgabepflichtig ist, wer im Erhebungsgebiet Unterkunft nimmt oder eine Unterkunft innehat, ohne dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt zu haben. Das Gesetz nennt diese Personen ortsfremd. Die Abgabe ist die Gegenleistung dafür, dass sie die Einrichtungen nutzen können. Mit „eine Unterkunft innehaben“ sind zudem Eigentümer von Zweitwohnungen gemeint. Ihre Jahreskurabgabe regelt jedoch die Satzung, nicht das Gesetz.[1]
Tagesgäste kann die Gemeinde stattdessen oder zusätzlich heranziehen. Grömitz etwa verkauft ihnen dafür eine Tageskarte. Befreiungen und Ermäßigungen legt jede Satzung selbst fest, ebenso, ob sie Kurabgaben anderer Orte anerkennt.[1]
Was das Gesetz von Vermietern verlangt
Wer Personen beherbergt oder ihnen Wohnraum zu Erholungszwecken überlässt, kann verpflichtet werden, die Gäste zu melden, die Kurabgabe einzuziehen und abzuführen. Er haftet dann für die rechtzeitige und vollständige Einziehung und Abführung. Dasselbe gilt für Betreiber von Campingplätzen und Bootsliegeplätzen sowie für Reiseunternehmer.[1]
Lassen Sie Ihre Ferienwohnung von einer Agentur vermieten, kann die Satzung die Pflichten und die Haftung auch ihr auferlegen, sofern sie gewerbsmäßig tätig ist. Fristen, Meldeportal und Bußgelder unterscheiden sich von Ort zu Ort: Sylt, Büsum und Fehmarn haben jeweils eigene Regeln. Die allgemeinen Grundlagen erklärt die Seite Was ist die Kurtaxe?.[1]
Der Kurbeitrag gehört in die Gästemappe, damit Gäste den Betrag schon vor der Anreise kennen. Die Gästemappe-Vorlage für Ferienwohnungen hat dafür einen eigenen Abschnitt.
Kurtaxe in anderen Bundesländern
Niedersachsen
In Niedersachsen heißt die Kurtaxe Gästebeitrag. Wer sie nach § 10 NKAG erheben darf, was Vermieter melden und abführen und was die Nordseeinseln verlangen.
Tarife ansehenMecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern hat § 11 KAG M-V zum 1. September 2026 geändert: Kurabgabe auch in Tourismusorten, digitale Kurkarte, Haftung der Vermieter.
Tarife ansehenBayern
In Bayern heißt die Kurtaxe Kurbeitrag, in Staatsbädern Kurtaxe. Wer sie nach Art. 7 BayKAG erhebt, wann Vermieter haften und warum es keine Bettensteuer gibt.
Tarife ansehenBaden-Württemberg
Baden-Württemberg nennt die Abgabe auch im Gesetz Kurtaxe. Wer sie nach § 43 KAG BW erheben darf, wer zahlt, wofür Beherberger haften und was am Bodensee gilt.
Tarife ansehenFAQ
Häufige Fragen
Wie heißt die Kurtaxe in Schleswig-Holstein?
Haften Vermieter in Schleswig-Holstein für die Kurabgabe?
Müssen Tagesgäste in Schleswig-Holstein Kurabgabe zahlen?
Quellen
- § 10 KAG Schleswig-Holstein, Kur- und Tourismusabgaben, Landesrecht Schleswig-Holstein, geprüft am 23. September 2026amtliche Quelle
Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Sie fasst die genannten Quellen mit Stand vom 23. September 2026 zusammen. Maßgeblich ist die Satzung in der Fassung, die die Gemeinde veröffentlicht.
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